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Projektentwicklung

Was sollen wir wissen? Was müssen wir tun? Was dürfen  wir hoffen? Diese dreifache Frage bestimmt die Entwicklung der Projekte wie ihre Durchführung wesentlich mit. Dabei arbeiten Weizsäcker-Gesellschaft und Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung in den Bereichen Zukunft der Arbeit und Zukunft der Bildung, Zukunft der Aufklärung, Zukunft der Politik und der Ethik der Moderne auf das engste zusammen.  

  1. Die inhaltliche Seite
    der Projektentwicklung ist u. a. durch die fünf Arbeitsfelder der Gesellschaft vorgezeichnet: durch die Wissenschaft als der „harte Kern“ neuzeitlicher Rationalität, die Philosophie als die Mahnerin „Weißt Du, was Du sagst, und weißt Du, was Du tust“ und die Theologie im Sinne des Blicks auf Religionen und Religion als Kulturträger, durch die Ökonomie als der materiellen Basis unserer Existenz und das Arbeitsfeld Bewußtseinswandel als systematischer Ort der Frage nach einer Ethik der Moderne und der Orientierung in der wissenschaftlich-technisch geprägten Welt.
  2.  

  3. Methodisch
    läßt sich die Entwicklung von Projekten und ihre Durchführung durch einen interdisziplinären Ansatz charakterisieren – mit der konzeptionellen Reïnterpretation bereits vorhanden Wissens, vorliegender Erfahrungen und Einsichten als einem wesentlichen Element – bei dem immer alle fünf Arbeitfelder zum Tragen kommen, wenngleich in jeweils unterschiedlicher Gewichtung.

Weizsäcker-Online-Forum

Für die Entwicklung der Projekte, aber auch – soweit möglich und angezeigt im Hinblick auf die Durchführung – gibt es das Weizsäcker-Online-Forum. Das Forum ist ein wiki-basiertes Intranet im Internet und bietet die Möglichkeit, bei der Projektentwicklung zeit- und ortsunabhängig auf unkomplizierte Weise mitzuarbeiten.

Die Mitarbeit ist nicht auf die Mitglieder der Weizsäcker-Gesellschaft begrenzt. Insofern ist das Forum offen. Anders aber als beim bekannten Wikipedia dagegen sind für das Forum definierte Zugangsberechtigungen auf vier Ebenen charakteristisch: der Ebene der direkten Projektgestaltung, der Ebene des Lesens, des Kommentierens und schließlich der Redaktion.

Den Ebenen der Projektgestaltung und der Redaktion kommt dabei eine zentrale Funktion zu, auch insofern, daß hier die Entscheidung für eine Mitarbeit zugleich auch eine Verpflichtung zur Mitarbeit bedeutet.

Anmerkungen

  1. Schritte über Grenzen
    Projekte und Projektentwicklung sind ebenso auf disziplinäre Erkenntnis hin angelegt wie auf „Schritte über Grenzen“. Weil Wissenschaft heute hochspezialisiert ist, ist interdisziplinäre Arbeit ein notwendiges, aber offenbar kein naheliegendes und keineswegs ein einfaches Unterfangen. Die Praxis lehrt: guter Wille allein reicht dazu nicht aus. Vielmehr muß von den jeweils beteiligten Gebieten bzw. Nachbargebieten so viel gelernt und in das eigene fachliche Denken integriert werden, wie für eine wirkliche interdisziplinäre Arbeit erforderlich ist.

    Gleichwohl kann und will also die Weizsäcker-Gesellschaft mit ihren Projekten und Projektentwicklungen das Rad nicht neu erfinden. Wohl aber kann und wird sie sich um gleichsam „schonungslose“ Analysen bemühen. Aber auch solche Analysen würden, für sich genommen, noch keine hinreichende Antwort auf die Frage „Was sollen wir tun?“ liefern. Wir werden die Zukunft nicht gewinnen, wenn wir unsere Wurzeln vergessen, die Lehren der Geschichte und der praktischen Erfahrung, auch jener Erfahrung, die die vielfach in religiöser Sprache zum Ausdruck kommt.
  2.  

  3. Handlungsfelder und Zukunft,
    hier sind menschlicher Erkenntnis Gewißheiten nach Maßgabe des Ideals neuzeitlicher Rationalität nicht gegeben – insbesondere in der Prognose nicht. Wohl aber gibt es die Möglichkeit gut begründeter Voraussicht. Hinsichtlich der Zeithorizonte schlägt Carl Friedrich v. Weizsäckers in seinem Vortrag „Gedanken zur Zukunft der technischen Welt“ vor, hier die mittlere Zukunft von der nahen und fernen Zukunft zu unterscheiden.

    Die Frage nach der fernen Zukunft, was das nächste Jahrhundert, das nächste Jahrtausend zeigen wird, nennt v. Weizsäcker zwar eine „verführerische Frage“. Bei ihr aber seien wir eben doch eher „mehr oder weniger auf Träumereien angewiesen“. Andererseits sind Entwicklungen auf nahe Sicht, abhängig vom Eingriff pragmatischer Interessen und Entscheidungen, momentanen Ereignissen und auch Zufällen, oft gar nicht vorherzusagen.
  4.  

  5. Der Zeithorizont
    der Projektentwicklung und Projekte der Weizsäcker-Gesellschaft ist in der Regel der Zeithorizont der mittleren Zukunft, die Zukunft der nächsten 20, vielleicht 30 Jahre. Und hier stehen wesentlich die langfristig wirksamen Trends und Entwicklungslinien im Mittelpunkt. Aber auch das Phänomen der nachhaltigen Modellierung dieser Trends und Entwicklungslinien. Schließlich damit auch der Gedanke, die Gestaltung dieser Trends und Entwicklungslinien zurück zu gewinnen.

    Zur Zeit konzentriert sich die Weizsäcker-Gesellschaft auf die Entwicklung von Einstiegsprojekten zu den fünf Projektbereichen. Für die Durchführung der Projekte wird beispielsweise und unter anderem die Kooperation mit Universitäten, Interdisziplinären Instituten, Akademien der Wissenschaften etc. angestrebt.